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Der menschliche Körper als Überlebenskünstler

erstellt von Torsten Kühnel zuletzt verändert: 17.03.2013 05:46
Über Anpassung an Streßsituationen, Verletzungen jeglicher Art, Evolution und "eingebaute" Schutzmechanismen.

Die Entwicklung des Menschen

Die Entwicklung des menschlichen Körpers basiert nach anerkanntem Wissensstand auf Evoultion. Aus der Ursuppe über Einzeller über Zellhaufen hin zu komplexeren Strukturen entwickelte sich über verschiedenste Zwischenstufen ein uns heute bekannter und liebgewordener menschlicher Körper mit all seinen wunderbaren Eigenschaften und Fähigkeiten.

Andere sagen der menschliche Körper sei das Ergebnis einer gezielten Konstruktion durch Genmanipulation.

Richtig ist wahrscheinlich wie so häufig ein "Kompromiss" aus beidem. Einerseits haben wir die problematischen "Enwicklungssprünge" zwischen den einzelnen Zwischenstufen in der evolutionären Ahnennreihe des Menschen, welche sich rein durch Evolution nicht erklären lassen, auf der anderen Seite können wir aber auch eine Anpassung des Menschen und anderer Lebewesen wie auch Pflanzen an geänderte Umweltbedingungenn leicht nachweisen. Man denke nur an die nachgewiesene zunehmede Körpergröße des Menschen als einfaches Beispiel. Oder Kreuzungen und Züchtungen beim Saatgut. Organismen passen sich an und durch die Fortpflanzung ergibt sich jedesmal die Möglichkeit, mit einem neuen, leicht geänderten Satz an Vorraussetzungen den Problemen des Überlebens entgegenzutreten. Insofern spielt die ursächliche tatsächliche Abstammung des Menschen für die weiteren Betrachtung eine eher untergeordnete Rolle.

Anpassung an Extremsituationen

Lebewesen passen sich also an und durch Fortpflanzung wird jedesmal ein Gemisch aus dem Erbgut der Eltern weitergegeben. Warum sich wann welche Gene weitergeben, welche Gene dann letzendlich auch aktiviert werden, und warum wir angeblich nur einen Bruchteil unseres zur Verfügung stehenden Erbgutes überhaupt nutzen, sind bisher ungeklärte Fragen.

Wichtig ist jedoch die Erkenntnis, daß der menschliche Körper im Laufe der Evolution, oder durch mitgegebene Gene, gut vorbereitet ist auf Extremsituationen welche im Laufe des Überlebens auftreten können. Der Organsimus ist ein höchst ausgefeiltes System, welches in erster Linie sogar nur auf das Überleben ausgerichtet ist. Er verlangt nach Nahrung, um sich aufzubauen und zu erhalten. Er strebt nach Fortpflanzung, um seine Art zu erhalten. Er vermeidet oder flüchtet vor Gefahren und fordert eine für ihn aufs Überleben ausgerichtete Umgebung ein - auch wenn er sie manchmal einfach nur zerstört.

Tritt beispielsweise eine Verletzung des Organismus ein, beginnt er sich sofort zu regenerieren - einfach so aus sich heraus. Ob es eine Fleischwunde ist, ein Knochenbruch, Sonnenbrand, ein blauer Nagel, Abschürfungen, Verbrennungen - für jegliche denkbaren schädlichen Einflüsse, auf welche er vorbereitet ist, gibt es Regenrationsprogramme welche automatisch ablaufen wenn sie gebraucht werden und welche die Funktionfähigkeit und somit eine Überlebensfähigkeit wieder herstellen - und das so schnell und umfangreich wie möglich.

Doch auf welche schädlichen Einflüsse ist er vorbereitet ? Auf viele künstlich selbst geschaffene anscheinend jedenfalls nicht sonderlich. Ansonsten könnte er ja einfach seine Umwelt schön weiterzerstören und bräuchte sich ums Überleben keine Sorgen zu machen. Er ist also nicht auf alles erdenkliche vorbereitet. 

Es lässt sich jedoch erkennen, dass er vorbereitet ist auf schädliche Einflüsse, welche sich aus einem Leben in natürlicher Umgebung als Säugetier ergeben. Hier teilt er sich viele regenerative Eigenschaften mit denen von anderen Säugetieren. Verletzungen und Wunden heilen auch bei vielen Tieren einfach so, ohne großes zutun. Obwohl zu erkennen ist, daß die Natur bei den Tieren oftmals eher auf Regeneration durch Fortpflanzung baut, da manche Tiere nicht in der Lage sind, sich von Verletzungen zu erholen welche für einen Menschen nicht lebensbedrohlich sind. Tieren fehlt halt einfach oft die Fähigkeit, an sich selbst - gerade auch mit Hilfe von Hilfmitteln - ausgiebig herumzufummeln.

Der menschliche Organsimus ist sogar in der Lage, sich während des "Betriebes" an seine Umgebung anzupassen. Nehmen wir als Beispiel einen Sumoringer. Der wird mit seiner Körperform nicht geboren. Er erarbeitet sie sich hart im Laufe seines Lebens. Es gibt Beobachtungen von austrainierten Spitzensportlen mit dementsprechend angepasstem Körperbau, welche sich nach Aufgabe ihres Sportes und vermehrter Bürotätigkeit auch körperlich an die neue Umgebung angepasst haben - sie waren nach nur einem halben Jahr körperlich kaum noch von den anderen Bürohengsten zu unterscheiden.

Oder nehmen wie die chemischen Einflüsse. Ethanol ist in seiner reinen Form recht giftig. Etwas verdünnt und mit einigem Training ist der menschliche Körper schon nach kurzer Zeit in der Lage, Mengen dieser Chemikalie erfolgreich zu verstoffwechseln und auszuscheiden, an welchen ein unangepasster Organsimus jämmerlich zu Grunde gehen würde. Die Anpassung ist so tiefgreifend und geht so weit, daß plötzlicher Entzug regelmäßig zu großen Schwierigkeiten führt.

Oder Menschen welche sich nur in Höhlen oder Räumen ohne oder mit wenig Licht auf halten. Die kriegen kurzerhand eine blasse Hautfarbe, weil der Körper sich anpasst. Oder Anpassung an Ernährungsgewohnheiten, Bewegungsgewohnheiten. Der menschliche Körper ist eine Wundermaschine in Sachen Anpassung.

Die Wahrscheinlichkeit einer Sauerstoffunterversorgung des Organismus

Bei der Betrachtung einer Hirnschädigung durch Sauerstoffmangel stellt sich in diesem Zusammenhand die Frage, ob der menschliche Organismus auch auf diese Art einer Extremsituation vorbereitet ist. Durch Mitgabe von Genen, Anpassung im Laufe der Evolution. Was auch immer.

Die erkennbare Anpassung des Organismus von Säugetieren an Extremsituationen, welche in ihrer natürlichen Umgebung auftreten können, ist offensichtlich. Gehört nun ein, zumindest zeitweiser, Sauerstoffmangel dazu?

Worauf solch ein Organismus auf jeden Fall vorbereitet ist, sind Dinge im Zusammenhang mit lebensbedrohlichen Situationen. Dies können beispielsweise sein Fluchtverhalten von Beutetieren. Wenn auf der einen Seite das Ableben des Organismus und das Aufgehen als Beute und somit Nahrung für das Jagdtier steht, ist verständlich, daß auf der anderen Seite alles nur erdenkliche vom Organismus in die Wege geleitet und zur Verfügung gestellt wird, um dem zu entgehen. Ohne Überlebensdrang keine Entwicklung und Fortbestand. Ein Verhalten, sich als Beute Fangen zu lassen, widerspricht jeglichen evolutionstechnischen Vorraussetzungen und hat sich wegausprobiert - zu Recht. Was sich nicht selbst erhalten wil stirbt als allererstes aus. Oder umgekehrt, wer es am besten schafft, überlebt.

Mit so einer Flucht ums Überleben wird also das allerletzte herausgeholt aus so einem Organismus - aus reinem Selbsterhaltungtrieb. Ja selbst ein Organismus, welcher in irgendeiner Weise in der Lage ist, sich auf der Flucht einen Vorteil dadurch zu verschaffen, kurzzeitig an die Substanz des Organsimus selbst zu gehen, nur um in diesem einen Fall doch noch zu überleben, hat sich einen Vorteil vor den anderen verschafft, überlebt, pflanzt sich fort und hat gut daran getan. Evolutionstechnischer Erfolg. Nachher in Sicherheit ist immer noch genug Zeit, sich zu erholen und zu regenerieren. Kurzzeitig an die Substanz zu gehen bedeutet also einen deutlichen Bonus im Evolutionsüberlebenskampf. Regenerieren von Schäden hat der Organsimus ja eh im Programm und ein paar gerissene Muskelfasern, überdehnte Bänder und sonstige vorübergehende Beschädigungen am Bewegungsapparat sind nicht unumkehrbar.

Nun übertragen wir das ganze mal auf die Sauerstoffversorgung und das Gehirn. Der Organismus flüchtet was das Zeug hält. Überleben um fast jeden Preis. Die Muskeln fordern Sauerstoff ohne Ende. Die Lunge atmet wie noch nie. Ein Großteil des Sauerstoffs wird üblicherweise im Gehirn umgesetzt. Jetzt ist aber Weglaufen angesagt, und zwar um jeden Preis. Welchen Vorteil kann sich wohl ein Organismus verschaffen, wenn er kurzzeitg einfach Teile des Gehirns mit Sauerstoff unterversorgt, um den Fluchtapparat und die nur zur Flucht benötigten Gehirnbereiche entsprechend versorgen zu können?

Nachdem zuvor Geschilderten lässt sich hier wiederum ein Überlebens- und somit auch ein Evolutionsvorteil ableiten.

Wir haben also den Mechanismus der gezielten Sauerstoffunterversorgung von Teilbereichen des Gehirns, um das Überleben und somit die Erhaltung der Art zu sichern. War nun die Natur so schlau, das so einzurichten? Diese Frage stellt sich gar nicht, denn in der Evolution probiert sich einfach alles aus und das Bessere überlebt, pflanzt sich fort und erhält sich. Einen Teil des Gehirnes mit Sauerstoff unterzuversorgen um sich so einen Überlebens- und Evolutionsvorteil zu verschaffen, gehorcht ganz einfach den evolutionstechnischen Grundlagen - die Frage beantwortet sich so zu sagen von selbst.

Es ist also für einen Organsimus von deutlichem evolutionstechnisch gesehenem Vorteil, Schäden durch Sauerstoffunterversorgung im Gehirn nach einer Flucht regenerieren zu können.

Wie diese Mechanismen funktionieren, wie Körperzellen mit Streß generell umgehen und was es für genaue Schutz- und Regenrationsmaßnahmen gibt, auch für Gehirnzellen, behandeln wir in einem der nachfolgenden Artikel.

Aktueller Forschungsstand zu Sauerstoffversorgung im Gehirn

Das Gehirn verbraucht einen Großteil des Sauerstoffes, welchen wir durch die Atmung aufnehmen. Dies ist durch die Vorgänge und die Funktionsweise des Gehirnes bedingt. Doch das Gehirn braucht recht schnell wechselnd eine ausreichende Versorgung der gerade und meist nur den Bruchteil einer Sekunde aktiven Bereiche - der zu Grunde liegende Mechanismus der Befriedigung dieser doch recht komplizierten Anforderung, ein über ein Kilogramm schweres Gebilde durch eine Blut-Hirnschranke hindurch ausreichend und mit stark wechselnder Anforderung der einzelnen Teilbereiche ausreichend zu versorgen, ist schon seit geraumer Zeit, zum Glück, Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Forschung.

Bisher wurde immer eine Korrelation, das heisst eine direkte Abhängigkeit, zwischen der Versorgungsmenge des Blutes und dem Sauerstoffgehalt des umliegenden Gewebes angenommen im Gehirn, erstaunlicherweise hat sich nun mit Hilfe von bildgebenden Verfahren an Versuchstieren herausgestellt, daß dem nicht, zumindest in direkter Abhängigkeit, so ist. Sozusagen eine Paradoxon, daß erhöhter Sauerstoff im Hirngewebe, da wo er gebraucht wird, vorhanden ist, aber gar nicht ein in entsprechendem Maße zu einer direkten Versorgung erforderlicher erhöhter Blutstrom in diesen betroffenen Bereich gemessen werden kann. Punkt.

Dies erinnert mich irgendwie stark an die Studie mit Schalentieren, deren Exoskelett zu einem Großteil aus Kalzium besteht. Und Schalentiere "häuten" sich nun mal recht regelmässig, sie bauen einfach ein etwas größeres neues Skelett auf, anstatt das vorhandene weiterwachsen zu lassen - auch eine Art sich zu entwickeln. Bei uns geht das schlecht, weil wir ein innen liegendes Skelett haben.  Nun hat man diese Tiere in eine definierte Umgebung gesetzt mit genau ausgemessenen Mengen an vorhandenem Material - Meerwassser mit einer definierten Menge an freiem oder gebundenem Kalzium. Darin hat man dann die Versuchstiere sich Häuten lassen und die Menge des gesamten Kalziums gemessen: Menge des abgestossenen alten Skelettes, des neuen (das arme Tier musste dafür sterben), und die Restmenge im Meerwasser. Das Ergebnis war dermaßen überraschend und konträr zum bestehenden mangelhaften Stand der Wissenschaft, daß der Fehler mal wieder eher im Versuchsaufbau, dem Design der Studie oder bei den Ausführenden gesucht wurde als endlich einmal anzuerkennen, daß es mehr gibt zwischen Himmel und Erde als wir bisher anscheinend schon verstehen. Kurzum: Es war nach dem Häuten der Tiere und dem Wachsen des neuen Skelettes insgesamt mehr Kalzium vorhanden als vorher. In der gesamten Versuchsanordnung. 

Es wurde auch beobachtet, wie das von Statten geht. Beim Durchtreten irgendeiner (Zell)membran entstand das Kalzium einfach aus dem nichts - soll heißen aus einem kalten Fusionsprozeß aus benachbarten Elementen. Die kalte Fusion wurde ja schon mehrfach beobachtet und es wird auch dran geforscht. Nun ist es an der Zeit, diesen Wirkmechanismus der Natur auch mal in anderen Bereichen als gegeben und stattfindend in Betracht zu ziehen - wie eben bei diesem Phänomen des Sauerstoffdaseins in aktiven Gehirnbereichen, obwohl gar nicht genug Blut dafür heranströmt. Wahrscheinlich so ein kalter Fusions Hilfsprozess, welcher die Versorgung durch herantransportierten Sauerstoff durch das Blut unterstützt.

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