Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite / Heilungsreisen / Eine große Reise beginnt

Eine große Reise beginnt

erstellt von Torsten Kühnel zuletzt verändert: 21.11.2012 13:17
Über eine Reise durch 5 verschiedene Länder, über Bob und Couchsurfing, über die Alpen, über ein Oase in Kroatien, über Bosnien und Herzegowina, ein geschundenes Land mit herzlichen und freundlichen Menschen.

Angeregt durch einen Artikel im Berliner Magazin "Sein", entschlossen wir uns, meine Frau Michaela, Adrian und meine Person uns zu den neu entdeckten Pyramiden in Bosnien-Herzegowina zu begeben.

Um Pyramidenanlagen ranken seit altersher die verschiedensten Vermutungen über deren Herkunft, die Erbauer oder den Zweck. Solch eine Pyramidenanlage hier in Europa mit dem Auto "bereisen" zu können, übte auf uns von Beginn an ein "magische" Anziehungskraft aus. Was lag also näher, eine Reise nach Sarajevo und ins Tal der Pyrmaiden bei Visoko zu unternehmen?

Adrian ist mittlerweile ein tapferer Beifahrer geworden, was unsere zahlreichen Fahrten zu Therapien, aber auch weitere Fahrten z.B. ins Sommercamp in den Schwarzwald oder zu Opa und Tante ins Ruhrgebiet gezeigt haben. Wir haben für Adrian  den zuverlässigen Volvo als Fahrzeug zur Verfügung, warum also nicht für 2-3 Wochen auch mal eine längere Reise planen?

Michaela hat sich ans Internet gesetzt und unsere komplette Reiseroute, welche ja immerhin durch 5 verschiedene Länder führen sollte, mit möglichen Unterkünften versehen. Papa hat den Volvo nochmal durchgecheckt, neue Reifen drauf und die große Inspektion, alles wurde in Ordnung gebracht für die große Fahrt von insgesamt über 5000km.

Dann wurde fleissig gepackt und Samstag früh, am 8. September 2012 ging es endlich los. Wir fuhren in einer ersten Etappe von Bartensleben Nähe Helmstedt/Magdeburg, wo wir wohnen, bis nach Österreich, in Vocklabrück. Dort wartete eine per Couchsurfing organisierte Übernachtung auf uns, welche wir so schnell nicht vergessen werden, warteten dort doch zwei ganz liebe Menschen auf uns, welche uns ihr Gästezimmer zu Verfügung gestellt haben und sich liebevoll um uns kümmerten. Bob ist so eine Art österreichischer Peter Lustig, und dementsprechend kamen wir auch super miteinander aus.

Am nächsten Tag ging es weiter, über die Tauernautobahn und durch den Karawankentunnel, durch Slovenien hindurch bis nach Nord-Kroatien, südlich von Zagreb. Alle zig Kilometer wurde brav Maut bezahlt, die Autobahnen wurden immer besser und freier, je südlicher wir kamen. Hat uns schon verwundert, wie gut wir vorankamen. Nach einer kleinen Irrfahrt am Tagesende durch kroatische Dörfer und Kleinstädte kamen wir dann endlich in unserem zweiten Übernachtungsdomizil an. Und dieses tauchte auf wie eine kleine Oase in der Wüste, sind die Verhältnisse und das Leben vor Ort in Kroatien doch eher ungewohnt für uns mit Technik und Wohlstand verwöhnten Deutscheuropäer.

Ferienresort Kezele Hausansicht Ferienresort Kezele Zimmeransicht

Es erwartete uns ein ziemlich autark agierender Erlebnisbauernhof, welcher an Freundlichkeit des Personals und Freundlichkeit der Baulichkeiten seines gleichen auch hierzulande suchen kann.

Nach einem freundlichem Empfang wurde unser Gaumen mit vegetarischem Essen in Bio-Qualität aus überwiegend eigener Herstellung verwöhnt - da waren alle Strapazen und alle Irrfahrten zu so später Stunde in einem uns vollkommen unbekannten Land vergessen und wir konnten ausgeruht und wohlgestärkt nach einem sehr leckeren Frühstück unsere dritte Etappe unserer 1730 km langen Anfahrtsstrecke am nächsten Tag in Angriff nehmen.

Unsere Reise führte uns weiter über den "Auto-Put" in Richtung Süden nach Slavonski/Bosanski Brod, einem Grenzübergang von Kroatien nach Bosnien-Herzegowina an einer Brücke über die Sava. Brod bedeutet soviel wie Übergang, Furt, und auf Bosnischer Seite stehen dann auch Hinweisschilder mit einfach nur "Brod" drauf.

War Kroatien von einer herrlichen Landschaft, freundlichen Leuten in einer uns unbekannt einfachen Art zu leben geprägt, erwarteten uns in Bosnien dann die ersten Eindrücke des mittlerweile mehr als zehn Jahre zurückliegenden Krieges - leergefegte Landschaften und Dörfer, lauter zerschossene Häuser und Einrichtungen, die Natur wuchert wie wild über die zurückgelassenen, zum Teil verminten Landstriche. Hier hält man gar nicht erst an und ist froh, wenn man die etwa 50 km ins Landesinnere zurückgelegt hat, durch das ehemals heftig umkämpfte Grenzgebiet hindurch. Die ersten wieder oder noch belebten Orte im Landesinneren haben riesige Friedhöfe, und auch diese erinnern an das unfassbar Geschehene.

Bosnien hat sich im Landesinneren mittlerweile einigermaßen erholt und das Leben normalisiert sich, auch wenn die Infrastruktur noch oft hinterher hinkt - das tut der Gastfreundlichkeit der Einheimischen aber keineswegs Abbruch. In Bosnien gibt es so gut wie keine Autobahnen, im Gegensatz zum umliegenden Kroatien, welches recht gut erschlossen ist. Nur kurz vor Sarajevo gibt es ca. 40 km Autobahn. So quälten wir uns auf der Landstraße zum Teil im Berufsverkehr und zwischen Lastwagen die 200 km von Bosanski Brod nach Sarajevo.

Unterwegs hielten wir an und hatten erneut direkten Kontakt mit der sprichwörtlichen Gastfreundschaft der Einheimischen - ein bosnisch-deutsches Ehepaar, welches am Nebentisch saß, übernahm die Rechnung für unser Mittagessen als Willkommensgeschenk. Wir nahmen es als Zeichen, das gerade so gebeutelte Länder wie Bosnien-Herzegowina es wert sind, bereist zu werden. Hilft man doch mit seinem Tourismus Geld zum Wiederaufbau ins Land zu bringen.

Wir hatten diese dritte Etappe mit gut 450 km bewusst kürzer gewählt, was sich anhand der längeren Fahrzeit aufgrund der einfachen Straßenverhältnisse dann auch in der gewohnten Tagesreisedauer von ca. 7 Stunden niederschlug - gegen halb fünf Uhr nachmittags passierten wir die Autobahnstrecke von Zenica nach Sarajevo, und das erste mal auf dieser Reise spürten wir eine Gänsehaut unseren Rücken hinunterlaufen, als sich die Sonnenpyramide im Tal der Bosna bei Visoko auf der rechten Seite langsam zu erkennen gab.

Sonnenpyramide von der Autobahn aus

Leider hatten wir am Tag der Ankunft keine Zeit für einen Besuch an den Pyramidenanlagen - wir fuhren direkt weiter nach Sarajevo, von wo aus wir zu unserem Ferienhäuschen in Jahorina geleitet wurden, 1600 Meter hoch gelegen im Ski-Gebiet, wo damals die olympischen Winterspiele von Sarajevo stattfanden. Eine kleine heimelige Hütte mitten im Wald ganz für unsere kleine Familie allein.

Artikelaktionen

Spendenkonto

Unser Spendenkonto für Adrian

Logo-Paritätischer

Paritätischer Wolfahrtsverband Helmstedt

Kto: 745 09 00 BLZ: 251 205 10

IBAN: DE06 2512 051 0000 7450 900

Verwendungszweck: Adrian Kühnel

Vielen Dank !
Kontakt

michaelakuehnel (at) web.de