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Anreise und Ankommen

erstellt von Torsten Kühnel zuletzt verändert: 28.11.2013 08:37
Vorgedanken zu dem einwöchigen Trainingsprogramm des "Institutes for the Achievement of Human Potential" IAHP

Manch einer wird sich denken, warum beim Doman Programm als erstes "die Eltern" behandelt werden, und der oder die Kleine zu Hause bleiben muss.

Im Domanprogramm gibt es keinen Ansatz a la "Hier ist mein Kind, mach mal gesund". Ein Grundgedanke ist folgender: Welche Menschen haben am meisten mit den Betroffenen zu tun? Welche Menschen kennen ihn oder Sie, das hirnverltzte Kind am besten? Im Grunde hat unsere Natur das schon ganz gut vorbereitet, das wir Angehörige, Eltern haben. Oder andersherum, das unsere Kleinen "so lange", meist mindestens 15 Jahre betreut werden. Was liegt also näher, als eben diese Personen entsprechend auszubilden? Damit Sie genau die Fähigkeiten und das Wissen erlangen, einem hirnverletzten Kind wieder auf die Beine zu verhelfen?

Verglichen mit dem hoch ausgebildeten Therapeuten, welcher das Kind vielleicht 2 bis 3 der vorhandenen 168 Wochenstunden behandelt, das sind gerade mal 1,7% der Zeit, haben wir Eltern deutlich mehr Potential. Wir umsorgen unsere Kleinen doch eh den ganzen Tag, wissen halt nur nicht, wie wir Ihnen genau helfen können bei ihrem Problem. Und genau das ist der Kern des Ansatzes. Bilde die Eltern aus, dann sitzt Du mit Deiner Therapie quasi in der ersten Reihe, an der "Front".

Blick ins Auditorium

Blick ins Auditorium eines Programms der Doman Therapie

Hier stellt sich dann die Frage der Qualität des Wissens, welches vermittelt wird. Da kann man auch ganz schön viel falsch machen, wenn man nicht aufpasst. Doch vergleicht man, wie lange die Ärzte, Wissenschaftler und Therapeuten um Glenn Doman herum sich mit genau diesem Thema auseinander gesetzt haben, wir sprechen hier von einem Zeitraum von ca. 50 Jahren mit mittlerweile mehreren hundert beteiligten Ärzten, Wissenschaftlern und Therapeuten, mit der Stellungnahme der neuropädiatrischen Vereinigung hier in Deutschland (Ich habe selten ein so ignorantes, gestandene Wissenschaftler diffamierendes Pamphlet gelesen), dann kann ich nur jedem raten, lesen sie selbst das Buch von Glenn Doman "Was Sie für Ihr hirnverletztes Kind tun können", "What to do about your brain-injured child". Jeder, der dieses Buch von Glenn Doman gründlich liest, hat einen deutlichen Wissensvorsprung zu diesem Thema und kann Auslassungen einer solchen Stellungnahme nicht mehr nachvollziehen.

Es wird auch davon gesprochen, man könne es der Solidargemeinschaft nicht zu muten, die Kosten einer Domantherapie zu übernehmen. Damit haben es die Krankenkassen natürlich einfach, einen Kostenantrag abzulehnen. Doch woraus bestünden denn diese Kosten eigentlich, wenn doch die Eltern eh die Hauptlast tragen? Klar, sie werden ausgebildet, und die Fortschritte werden auch regelmässig von Spezialisten überprüft.

Wir haben eine entsprechende Anfrage an unsere Krankenkasse bereits eingeleitet, welche Kosten die Behandlung von Adrian nach unserem deutschen "scatter-it" Verfahren bereits verursacht hat, um hier mal einen Überblick zu behalten. Mit "scatter-it" meine ich, lasst einfach jeden Therapeuten jede Woche für ein paar Minuten an dem Kind rumfummeln, das wird schon helfen. Alle mal an einen Tisch? Wo gibts denn sowas?

Schraege zum Kriechen lernen

So sieht eine Schräge aus, auf welcher Kinder, die es nicht können, kriechen lernen.
Sollte es auch in Deutschland auf Rezept als Hilfsmittel geben. Gibt es aber nicht.

Adrian wird seit midenstens 2 Jahren 3 - 5 mal die Woche therapiert, von Logopäden über Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Hippotherapie. Für das Doman-Programm fallen allenfalls alle 60 - 90 Tage Reisen zu einer Weiterschulung/Überprüfung an, und einige Hilfsmittel, wie die Bilder zeigen. Und daß ich hier bis nach Pisa reisen muss, um an einer entsprechenden Schulung teil nehmen zu können, liegt an der Ignoranz des deutschen Heilwesens, entsprechendes hier vor Ort anzubieten. Wofür haben wir denn in jeder größeren Satdt ein SPZ?

Hangelhilfe

Und so sieht eine Hangelhilfe aus, an welcher Kinder hangeln üben, um die Motorik zu schulen.
Verursacht sicherlich auch keine Kostenexplosion im Gesundheitswesen
sollte es soetwas für betroffene Familien auf Rezept geben
zum mehrfachen täglichen üben

Nun ja, ich sitze nun hier in der Hotel-Lobby und habe gut reden. Unsere Solidargemeinschaft hat es mir über Spenden ermöglicht, hier zu sein und am ersten Teil des Doman-Programmes teilzunehmen. Dazu werde ich die kommende Woche intensivst-geschult in den Bereichen Hirnverletzung und Therapiemöglichkeiten. Und zwar im Detail. Wussten Sie zum Beispiel, daß man die neurologische Entwicklung eines Menschen anhand einfacher Parameter bis auf wenige Monate Abweichung bestimmen kann? Adrian hat z.B. zu Zeit, Januar 2012 ein neurologisches Alter von etwa 5 Monaten. Es gibt auch detaillierte Kenntnisse über die Funtkion der Nervenbahnen zum Gehirn und im Gehirn, und wie z.B. die Motorik mit der Sinneswahrnehmung zusammenhängt. Das vermittelte Wissen baut aufeinander auf und bringt ein grundlegendes Verständnis der Zusammenhänge, welche zu einer erfolgreichen Motorik des menschlichen Körpers führen. Und es wird das Wissen vermittelt, warum ich was mache mit meinem Kind, warum die ein oder andere Übrung eben genau diejenige ist, welche der kleine Patient in genau diesem Entwicklungsstand der Sensorik oder Motorik braucht.

Und sowas ist halt eben nicht mal schnell vom Arzt im SPZ oder dem Physiotherapeuten beim Beratungsgespräch vermittelt. Deswegen gibt es genau diese Schulung für meinen Wissensstand hier. Ich bin echtmal gespannt.

Achja, Pisa ist ganz schön. Aber ich vermisse meine Frau und den Kleinen.

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Schulung Domantherapie

Bericht über die Teilnahme am ersten Teil des Programmes

Adrian aufg der schiefen Ebene am Anfang der Therapie