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Klinik

erstellt von Michaela Kühnel zuletzt verändert: 28.10.2011 16:06
Adrian begann in der Nacht seiner Geburt, zu krampfen. Er wurde in die Uni - Klinik Magdeburg verlegt. Ihm wurde dort Phenobarbital verabreicht.

Die Dosis hätte einen erwachsenen Mann für eine Woche lahm gelegt, unser Sohn wog 3,5 kg. Es ging bis an die Grenze zur Atemlähmung.

Auch ich wachte am nächsten oder übernächsten Tag auf der Intensivsation auf. Meine rechte Köperhälfte war gelähmt. Ich dämmerte zurück, in einen Körper, der nicht mehr funktionierte und... ich hatte weder Erinnerung noch irgendein Gefühl für mein Kind.

Ich wußte nicht, ob mein Kind zur Welt kam, es lebte - kein Empfinden, nur Leere. Mein Mann fuhr täglich mehrmals in beide Kliniken, wachte rund um die Uhr an unseren Betten.

In den nächsten Tagen kam ich immer mehr zu mir, die Lähmung ging etwas zurück. So hieß es wieder Zähne putzen, laufen, sprechen lernen. Ich war zusammen mit einer frisch gebackenen Mutter im Zimmer untergebracht. Den ganzen Tag kamen Familie und Freunde, um das neue Leben freudig zu begrüßen. Ich wußte nicht wohin mit meiner Trauer, meiner Unsicherheit. Meine Bitte um ein kleines Zimmer für mich wurde mir gewährt und so hatte ich nach Tagen endlich einen Raum in dem meine Gefühle raus durften, ich allein sein konnte mit allem was da hoch kam.

Adrian´s Zustand stabilisierte sich soweit, dass er nach 8 Tagen zurück in das Klinikum Schönebeck zu Mama transportiert werden konnte.

Dort bekamen wir ein Zimmer für uns und durften erst einmal in Ruhe beeinander ankommen.

Adrian dort liegen zu sehen, völlig regungslos, lautlos überforderte mich. Ich war nicht vorbereitet auf das was ich da vor mir sah. Der Schock und das erste Bild haben sich eingebrannt bis heute.

Mein Mann gab mir Adrian in meinen Arm, nichts geschah, lange lange Zeit nur Stille. Irgendwann dann ein tiefer erster Seufzer meines Kindes, endlich konnten die Tränen fließen....

Die Neugeborenenkrämpfe traten im Krankenhaus nicht mehr auf. Das Phenobartital wurde langsam gedrosselt, um Adrian die Wahrnehmung seiner Umwelt zu ermöglichen. Der Rest sollte über die Gewichtszunahme in den nächsten Jahren ausgeschlichen werden. Wenn ich bedenke, dass er jetzt mit fast 3 Jahren immer noch knapp an der 8 kg Grenze liegt, bekomme ich eine leise Ahnung, wie lange das dauern sollte.

Wir blieben 4 Wochen im Klinikum Schönebeck. Bekamen dort ein freundliches Einzelzimmer auf der Kinderstation. Wir lernten Adrian zu versorgen, auf die Instrumente zu achten, ihn mit der Magensonde zu ernähren.

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